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also für die die gern lesen, ein kleiner ausschnitt aus:
"Ich hab die Unschuld kotzen sehen"
Das Gelage dieser Tage. Wir liegen mit mehr Krebszellen als Verstand im Kopf auf diesem durchgefickten Sperrmüllsofa. Wir sind Engel, die Verführer und die Verführten des Amokzustandes, mancherorts fälschlicherweise Leben genannt. Um uns schießt Dummheit wie vergiftete Pflanzen aus krankem Boden.
Sie liegt wie tot in meinem Arm. Liebe ich sie? Sie atmet einen süßlichen Duft, den Cocktail aus Fastfoodkotze, Magenschleimhautentzündungen, Billigwhisky und meinen Küssen. Sie ist die wildeste Diva, die ich jemals in meinen Armen halten durfte. Ihr Augenaufschlag ist so eindeutig und gepragt von authentischer Leidenschaft, nur blieb der letzte Stunden aus. Komatös, gelähmt, bis an den Rand gefüllt mit Gift. Alltagsgift.
Ihr Atem ein Röcheln. Auf der Suche nach Sauerstoff im luftleeren Raum. Sauerstoff ist Zuversicht. Also ist Verzicht schlicht schlecht, Baby. Atme und lebe! Zugreifen, trinken, inhalieren, abdrücken, schlucken. Atme Luft wie Gift in deiner Vergangenheit! Sie hier, noch warm, zu spüren, ist die Wohltat dieses Erwachens, mit dem ich aufgrund des Konsum der Vortage kaum noch rechnete. Jetzt bin ich wach, aber kalt und tot. Meine Augen gleiten durch den spärlich möbilierten Raum, der uns manchmal mit seiner Miete Aaufzufressen drohte. Unsere Villa. Violette Wände. Beruhigend und stimulierend zugleich. Der Engel in meinen Armen scheint auch nicht zu wissen, warum diese Stille so paradox ist.
Überhaupt, sie scheint nichts mehr zu wissen. Ich überprüfe die Körperfunktionen meiner Drogenkönigin. Verlangsamter Puls, auffällig flache Atmung. Flügellahmer Engel. Eine alte Bekannte. Die Liebe meines Lebens. Die Erbein meines Wahnsinns. Unsere Geschichte zu erzählen bedarf es keiner Erinnerung nur intensiver Zwischenmenschlichkeit und - wie gesagt - des Wahnsinns in seiner alltäglichen Erscheinungsform. Das bilde ich mir doch nicht ein.
Ich taste nach meinen Filterzigaretten. Wohnzimmertisch. Wohnzimmer? Wohnen? Gedanken überdosiert! Ich lache herzhaft in meinen inneren Wahnsinn, der bestimmt in meinen gelben Augen sichtbar ist.
Feuerzeug flackert kurz auf. Durch Inhalation übertrage ich die Flamme auf ein Billigtabakprodukt. Schmerzen wie Preßlufthammerzärtlichkeiten beweisen mir meine Existenz. Wieder ein Rausch überlebt. Aber ich sorge mich um meinen Engel. Ihre weiße Haut wirkt in meinen zugedröhnten Augen neongelb. Sie trägt nur Unterwäsche und ihr KÖrper scheint wie ein gelber Fluss, lediglich von zwei schwarzen Brücken unterbrochen, meine Beine runterzufließen. Ihr Menschlichkeitsduft übertönt den des Giftes. DAs bemerke ich aber erst, als ich meine Wahrnehmung selektiert habe und mich durch Selbsthypnose davon abgehalten habe, auf den ruhenden Körper der Geliebten zu kotzen.
Ihre linke Hand umklammert eine geleerte Flasche. Ich betrachte für fünfeinhalb Minuten den kleinen Finger ihrer linken Hand, das erste Lebendige an der dichten Prinzessin, seit ich sie betrachte. Er bewegt sich auf und ab und scheint die Flasche zu streicheln. Da sie generell momentan wie tot wirkt, interpretiere ich diese Szenerie der wahrscheinlich alkoholisch beeinflussten Komabewegung als Zeichen ihrer endlosen, lebensbejahenden Leidenschaft.
Gedanken sind auf der Flucht vor mir. Die Detailverliebtheit meiner Intensivbetrachtung verursacht gelbe Kreise beim Kopfbewegen mit Blick auf die karge, leere Wand. Irgendwie lässt die Selbsthypnosewirkung schneller nach als erwartet. Nahrung will nach außen. Allerdings schaffe ich es noch, meinen Oberkörper nach vorne schnellen zu lassen, damit die nun auf die Kachel klatschende graugrüngelbliche Masse nicht auf meine Göttin gerät. Sie wird es mir danken, denke ich Irgendwie wird sie mir danken, dass ich sie nicht mit meinem Mageninhalt zugedeckt habe.
Ich hätte jetzt wahnsinnige Lust sie zu ficken, bis der dritte Weltkrieg zu Ende ist. Meine Kotze stinkt erbärmlich. Aber ich habe ebenso keine Lust, mich jetzt von diesem Möbel zu erheben und einfach so weiterzuleben. Diese ganze Scheiße hier kotzt mich extrem an. Mindestens so, wie ich diesen billigen, mies gekachelten, kalten Boden, bedeckt vom Müll unserer Zweisamkeit. Unaushaltbarer Amokdrang. Ich pendle irgendwo zwischen Mordlust und selbstzerstörerischem Tanztheater. Ich stehe auf, mit nackten Füßen in meiner Kotze. Dass die Schlampe dabei unsanft mit ihrem scheiß Schädel auf den Glastisch ballert, erfüllt mich irgendwie mit Freude. Ich lache lauthals.
Sie scheint gerade von ihrem Komaausflug zurückzukehren und blinzelt verlegen mit ihren schiefen Augen. Das wühlt längst vergessene Aggressionen in mir auf. Als sie sich langsam in eine Art aufrechte Haltung begibt, schleudere ich ihr eine achtlos abgestellte, halbleere Flasche Bier in ihr zerknittertes, besoffenes Kumemrgesicht. Ihr Nasenbein macht ein Geräusch wie ein herzhafter Biss in eine Scheibe Knäckebrot, nur ca. viermal so laut. Ihr Blut spritzt beim Aufprall der Pfandflasche in alle Richtungen. Rote Perlen in meiner Kotze, rote Flüsse an lila Wänden, rote Seen in ihrem scheiß Gesicht. Tränen erregen weiter Wut. Ich bewege mich auf diese wehrlose Stück vergiftetes Menschenflisch zu und schlage mit meinen Fäusten in ihre zugedröhnten, weichen Körper, der bei jedem Hieb weiter in das Sofa zu fliehen scheint. Ich interpretiere das als Feigheit und verprügle sie weiter. Ihre Augen platzen auf. Ihre scheiß verführerischen Augen. Ich falle auf ihr sitzend, auf sie eindreschend vom Sofa. Unstillbare Blutgier. Ihr Kopf in meinen Händen. Ich lasse ihn mehrmals auf die Kacheln herabsausen, die in ihrer Instailität zerspringen. Ihr verfickter Weiberschädel ist nicht kaputtzukriegen. Sie quieckt wie ein Ferkel, dem man bei lebendigem Leibe ein Beinchen mittels scharfem Messer vom REstleib abtrennt. Nicht mal vernünftig reden kann sie. Nicht mal bitten, aufzuhören. Also zerstöre ich sie weiter, wie sie es schon lange mit mir tut. Sie lebt nicht nur mit, sondern auch von mir und das mit Kalkül und imenser Gewissenlosigkeit. Ihr nahendes Ende ist mein Freisipruch. Meine Fäuste treffen bald nur noch matschiges rotes Fleisch. Fließgeschwindigkeit eine Blutlache, deren Anblick mich euphorisch elektrisiert und zu weiteren Schlägen auffordert.
Ich zolle ihr Tribut, unserer abgestandenen Zeit der Unfähigkeit zu lieben und meiner Unfähigkeit wegzulaufen. In weitere Gefilde. Gedankengebilde.
Ich verlasse ihren regungs, gesichts und ausdruckslosen Körper. Stelle mich über sie.Ein Lächeln für sie, da liegend in ihrer ganzen vollkommenen, verkommenen Sinnlichkeit. Beuge mich noch mal über sie herab. Verabschiede mich mit einem Kuss auf den Bereich ihres GEsichts den man früher Wange nannte. Sie ist so süß, auch jetzt mit substanzlosem Schädel ohne diese Geilheit in ihren Augen. Die Schlampe hat sich verkalkuliert.
Ich gehe in den Garten und begrüße den neuen Tag. Und ich vermute, es ist ein verfickter Sonntag.